walter KAINZ

Skulptur - Malerei

 

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walter kainz

seit 1982 freischaffend tätig in Pramet / Oberösterreich

Durch die oftmals zentrale Positionierung der reduzierten Formen verdeutlichen sich Kompositionszüge, die zwischen Bildgrund und Bildgegenstand differenzieren und in einem bewussten Hervorheben den symbolhaften Eindruck der Figurationen bedingen. Die Arbeit selbst bleibt jedoch ohne jeglichen ikonographischen Anspruch.

Sowohl bei den Papierarbeiten als auch bei den Skulpturen arbeitet Walter Kainz mit einer bestimmenden Farbigkeit, die er ohne sie zu einem vorrangigen Wirkungsgrad zu führen in den Gesamteindruck integriert. Hierin zeigt sich noch einmal die ganzheitliche Bildvorstellung, die Walter Kainz durch Einbeziehung verschiedener gestalterischer Möglichkeiten und durch die Ambivalenz zwischen rationalem und intuitiven Agieren in seinen Arbeiten zu realisieren vermag.

Dr. Martin Hochleitner, 1994 (Katalogauszug)


Ausstellungen

2017  Museum of Contemporary Art Isfahan Iran „Hin und Her“, Katalog,    Castello di  Villimpenta Mantua „Il Coccodrillo, il piu cattivo!“ (IT) Katalog,   Raiffeisenbank Galerie Ried, Ausstellungshalle Neues Rathaus Bayreuth „Fluchtpunkt Europa“ (DE)

2016  OÖ Kunstverein "Meine Lieblinge" ein Ausstellungsprojekt in Kooperation mit der Landesgalerie Linz; Galerie art Kapella Schkeuditz bei Leipzig "An Europa – Cahier d`art  - Botschaften an Europa"; Kunsthaus Burg Obernberg "landpARTie", Nordico Stadtmuseum Linz „Gruß aus ... Die Landschaft in Ansichtskarten“, LTR / RTL, Hin und Her, 32 Künstlerinnen und Künstler aus Iran und Österreich in der Galerie Forum Wels, artmark galerie 1010 Wien, Lajevardi Foundadation Teheran  (IR)

2015  Galerie des OÖ Kunstverein Linz "Die Verwandlung des Kunstvereins in ein Aviarium", Cselley-Mühle Oslip Bgld. "An Europa" 15. Kunstsymposium des eu-art-network in Kooperation mit der Künstlergruppe c/o:K Linz; Galerie Forum Wels "Radikal"

2014  Kulturhaus Stelzhamermuseum Pramet " Volkslust - eine augenscheinliche Annäherung"Künstlergruppe c/o:K; Galerie Forum Wels "AugenWeide"; Galerie im Traklhaus Salzburg "zu Georg Trakl zum 100.Todestag

2013  Galerie Mendl Simbach D; Stifter Villa Kirchschlag "Lebenswege"; 90 Jahre Innviertler Künstlergilde: Volkskundehaus Ried, Schlossgalerie Schärding; Turmgalerie Braunau;

2012  Galerie Zauner Linz-Leonding, "SICHTWEISEN"; Bildhauersymposium Fa. ZENZ Eggelsberg; Galerie Kaethe Zwach, "Papermoon & Blütenatem" mit Roman Scheidl, Schörfling am Attersee; Galerie des OÖ Kunstverein, Linz, "Cocooning";

2011  Kunsthaus Deutschvilla Strobl / Wolfgangsee, "OHNE BANANE", Kulturhaus Stelzhamermuseum Pramet, "IM ZEICHEN DES MATERIALS"; Galerie 20ger Haus Ried I:I. --über Holz und Blüten--; "Kälte" OÖ Kunstverein Linz;

2010  Schloss Lambert, Kunstverein Steyr, "Querschaun", Schloss Zell an der Pram; Enzenkirchen Altarraum;

2009    Schloss Puchheim, Puchheim; Museum Volkskundehaus Ried; Museum Moderner Kunst Passau, "die Sammlung Alois und Annerose   Riedl; Stift Reichersberg "skulptur - vegetativ"; Landestheater Linz zu "Lady macbeth von Mzensk"; Gemeinde Freinberg, Glaswandgestaltung 490 cm x 280 cm; Galerie GAYA Gmunden;

2008  Romanischer Keller, Hypo Salzburg; 20 Jahre Galerie Zauner;

2007   Schlierbach, MB Galerie, Papierarbeiten; Galerie Kunststück, Reichersberg, Skulptur; Galerie Zauner Linz; „Im neuen Licht“;

2006   Galerie Zauner Linz/Leonding, „in fluss“Malerei; Obernberg a. Inn, Rathaus, Skulpturen „Porträt“; Linz Ursulinenhof, „Hausrucka“    Gemeinschaftsausstellung; Furth (D) „holzArtig“, Hohen Boden Furth; „Horror Vacui“ OÖ Kunstverein, Linz;                         

2005   Landestheater, OÖ Kunstverein, Linz; Galerie des OÖ Kunstverein „Skulptur“, Linz; Skulpturenpark Ried i.I.

2004  „EndlichUnendlich“, 80 Jahre IKG, Messehallen Ried i.I. Galerie Zwach, Schörfling a. Attersee; Galerie Pimmingstorfer, ARS Galerie Peuerbach;  Kunst Messe Wien, MAK, Galerie Ammering;Landesausstellung Stift Reichersberg „….die selbe Luft-Künstlerpaare“ eine Ausstellungsreihe des OÖ Kunstverein (Katalog)

2003   Linz, OÖ Kunstverein „verbaute Kunst“ ; Linz, Ried i.I. Kunstauktion des Rotary Club; Mondsee, 20 Jahre Kunst am Höribachhof; Wien, Künstlerhaus Galerie, „formulierungen“: Linz Kunstmesse , Landesgalerie, Galerie des OÖ Kunstverein; Peuerbach Galerie Pimmingstorfer, Weinachtausstellung; Linz Leonding, Galerie Zauner;

2002  Riedau , Lignorama Holzmuseum „Gewachsen wie ein Baum“; Linz, Nordico  Skulpturenausstellung; Krumau CS, Naturvision Filmpreis Ausstellung; Schärding, Schlossgalerie „Positionen 2002 „ IKG;

2001  Deggendorf (D) „Holz und Stein“ , Museum der Stadt; Linz-Leonding, Galerie                Zauner,      „Ein Blick in Die Zukunft“; Wien, Galerie M-Art, Börseplatz 3; Linz-Leonding, Galerie       Zauner mit M.   Kilianowitsch; Linz, OÖ Landesgalerie „Beziehungsfelder“,Katalog;

2000  Gmunden, Skulpturen,  10er Haus;

1999  Salzburg, Berchtold Villa, „Korrespondenzen und Beziehungsfelder“;

           Innsbruck, 3. Kunstmesse Art Innsbruck, Galerie Zwach;

          Gundertshausen, " Stille Besucher" Skulpturen im Rapsfeld;

          Linz-Leonding, Galerie Zauner " Die Kunst der Linie";

 

1998  Ried, Galerie Ammering, „das Leichte und das Schwere";

           Passau (D) St. Anna Kapelle;

 

1997  Linz, Museum Nordico (KIWANIS Skulpturenwettbewerb.);

           Linz, Galerie des OÖ Kunstverein "innen-außen";

 

1996  Straubing (D) Galerie im Weytterturm;

           Passau (D) Diözesanmuseum, "europa-sacrale";

 

1995  Glasfenster für die Kapelle in Altenheim Andorf;

           2. Preis "Kaiser Josef Platz Wels", Brunnengestaltung 9x4 Meter;

 

1994  Ried, Museum Innviertler Volkskundehaus "Ursicht-Reflexion";      

           Graz, Minoriten Galerie;

 

1993  Linz, Galerie des OÖ Kunstverein;

           Salzburg, Kunstraum St. Virgil;

 

1992  Linz CDB Ursulinenhof – Lithographie;

           Mitglied des OÖ Kunstverein;

 

1991  Tel Aviv, Museum Ramat Gan;

Symposien

2017 „Il Coccodrillo, il piu cattivo!“ Grazie Mantua (IT)

2015 Cselley-Mühle Oslip Bgld. "An Europa" 15. Kunstsymposium des eu-art-network in Kooperation mit der Künstlergruppe c/o:K Linz;

2012  Bildhauersymposium FA: Zenz Gundertshausen

1996  Symposium „Ist Kunst weiblich?” der IKG im Schloss Sigharting

1991  Israel, Meditation 91, Malerwochen

1990  Malertage in St Radegund

 

Kunst im öffentlichen Raum – Ankäufe

 

Seniorenzentrum Andachtsraum Liebigstrasse Linz

Artothek des Bundes im 21er Haus Wien

die Kunstsammlung des Landes Oberösterreich

Stadt Linz

Gemeinde Freinberg Glasgestaltung 4,80 x 2,80 Meter

Stadt Ried Volkskundehaus, Brunnen am Roßmarkt Ried i. I.

OÖ Versicherung Linz

OÖ Raiffeisenlandesbank Linz

Raiffeisenbank Region Ried i. I.

Raiffeisenbank Pramet

Sparkasse Linz,

Sparkasse Ried i.I.

Volksbank Ried i.I.

Firma Scheuch Lufttechnik Ried i.I.

Rotes Kreuz Ried

Pfarrkirche Enzenkirchen

Glasfenster Kapelle Altenheim Andorf

 

Mitglied des OÖ Kunstverein Linz, Künstlergruppe "c/o: K - Institut für Kunstinitiativen; Galerie Forum Welser Künstlergilde;                

1984 - 2015 Innviertler Künstlergilde Ried i.I.


 

Walter Kainz – Das Atmen der Blüte

Den Zeichnungen und Malereien des Künstlers Walter Kainz scheint ein inneres Leuchten zu entströmen, das auf einen verborgenen Energiefluss hindeutet. Prozesse durchdringen die transparenten Farbschichten und sorgen an der Bildoberfläche für ein subtiles und verletzliches Vibrato, das aus den überlagerten Schwingungen der zahlreichen Ebenen resultiert. Der Titel „Das Atmen der Blüte“, unter dem Walter Kainz den Zyklus von Arbeiten auf Papier und Leinwand aus den Jahren 2002-2005 zusammengefasst hat, spielt mit Andeutungen auf vielschichtige Naturprozesse. Blüten sind ein genialer Trick des Pflanzenreiches – optische und olfaktorische Fallen - um die Verbreitung der Pollen und somit die Befruchtung sicher zu stellen. Sie sind Manifestationen jener kurzlebigen, aber umso prächtigeren Momente, an denen Tod – im Verwelken - und Geburt - im Entstehen der Frucht - sich kreuzen, ihnen haftet der Duft vergänglicher Schönheit und reicher Verschwendung an

Pflanzen, Blüten, das (nur scheinbar) unbeseelte Pflanzenreich war auf verschiedenste Weise Thema der bildenden Kunst, Blumen finden sich in den Händen von Königen und Heiligen, das Grün von Landschaften füllt Bildhintergründe aus, Albrecht Dürer schneidet mit skalpellartiger Präzision ein „Großes Rasenstück“ aus, in den „Herbarien“ dringt der wissenschaftlich motivierte Blick immer tiefer in die einzelnen Ebenen vor, bis das Auge mittels Mikroskop letztendlich in den Zellen der Pflanzen landet. Auch hier ist noch nicht die Grenze erreicht, die Wissenschaft überschreitet den Jordan, spielt mit Gensequenzen und kombiniert sie neu.

Was bei Walter Kainz auf Leinwand oder Papier an Gestalterischem wächst und mit Acryl oder Öl fixiert wird, sind Formen, die an Organisch - Biologisches erinnern, der Künstler hält Linien und Flächen seiner Blütenmotive aber dicht an der Abstraktion und somit prinzipiell offen für verschiedene Sichtweisen. Als „Pars pro Toto“ kann man die Blütenformen auch in einem anderen Zusammenhang sehen. Die Blüten werden dann Symbole für Lebendiges generell, sie haben Körpergrenzen, stehen mit ihrer Umgebung in vielfältiger Verbindung, treten miteinander als Individuen in Kommunikation und bilden Gruppen, definieren ihre Existenzbereiche, beginnen unabhängig von ihren Pflanzen zu atmen und werden dadurch zu eigenen Lebewesen. Ihre teils geometrisch, teils zufällig angeordneten Formationen lassen sich wie Zusammenkünfte interpretieren, auf denen nonverbal Strategien gegen eine zu dominant werdende Gattung namens „Homo Sapiens“ entworfen werden, weil diese die Grundlagen pflanzlichen Wachstums massiv zu gefährden droht.

Walter Kainz schränkt sich im Zyklus „Das Atmen der Blüte“ bewusst auf wenige, reduzierte Stilmittel ein. Er verzichtet auf eine oberflächliche Virtuosität genau so wie auf die gestische Unbeholfenheit einer falschen Art - Brut Manier. Die Blätter beziehen ihre Stimmigkeit und Kraft aus dem engen Kanon von Möglichkeiten, den Walter Kainz bis in seine Extreme hin untersucht. Das Interesse des Prameter Künstlers ist dabei am Ausloten der Tiefe seiner Motive interessiert, die er scheinbar mühelos an die Bildoberfläche heben kann. „Das Leichte und das Schwere“, ein weiterer Titel einer Serie, gleicht sich nicht an, sondern tauscht Energien, Qualitäten und Botschaften aus. Das oft allzu Leichte, dem durch seine Natur ja die Tendenz zur Verflüchtigung innewohnt, wird im Schweren – im Grund – verankert und somit in den Bereich der Bild- und Wahrnehmungsebene gehoben. Die Ermöglichung von Energieflüssen und Energietransfers zwischen verschiedenen Polen auf der Bildfläche illustriert Prinzipien der Natur und geht mit dem Lebendigen eine bildnerische Symbiose ein.

Aus manchen der Bildoberflächen strahlt „grünes Licht“, von organisch -pflanzlichen Biotopen, dieser Titel erweckt sofort Assoziationen an Chlorophyll, das Licht in Energie und Leben verwandelt. Das Farbspektrum hält sich generell in den Arbeiten eher an gedämpfte, grau - braune Erdtöne, denen sparsame buntere Akzente überlagert werden. Diese Differenzierung bei Farben und Helligkeit dient auch der Hervorhebung einzelner Bildebenen, über dem unbunt abgetönten Untergrund legen sich hellere, kräftigere Farbflächen mit erkennbaren Umrisslinien, die ihrerseits wiederum die Basis für weitere Überarbeitungen bilden. Die oberste Schicht besteht häufig aus „Lichtfäden“, helle Linienstukturen, die mit ihrer geometrischen Exaktheit einen visuellen Gegenpart zum „wuchernden“ Untergrund bilden. Diese vielfältigen Schichtungen wiederholen im Bild Prozesse, die auch in der Natur ablaufen. Alte Formationen bilden den Grund für neue Sedimente, Pflanzen wurzeln in der Tiefe und ihre Ablagerungen bilden den künftigen Humus, Gegenwart fußt auf der Vergangenheit, Zukunft wächst darauf.

Wenn Walter Kainz seinen gezeichneten Blüten Atem - und somit Leben - einhaucht, dann stellt er seine Werke in den immer wiederkehrenden Zyklus der Natur, an deren künstlerischer Interpretation er die Betrachter teilhaben lässt. Der Künstler weiß als ausgebildeter Bildhauer aus der praktischen Erfahrung mit dem Material Holz, wie bildnerische Formen entstehen und aus welchen Zusammenhängen heraus sie überhaupt entstehen können. Der Prozess des Wachsens, ein zentrales Thema in allen Arbeiten des Oberösterreichers, bleibt trotz teilweiser wissenschaftlicher Klärung immer noch ein Geheimnis, das selbst mittels Mikroskop und Zeitlupenkamera nur unzureichend dargestellt werden kann. Die Transformation des verborgen Realen, des Unsichtbaren, Spürbaren, Ahnbaren - auch des Unerklärbaren - in die symbolische Sprache der Kunst kann die großen Lücken des Nicht – Wissens zwar nicht im wissenschaftlichen Sinne schließen, ihre Assoziationsfäden aber verbinden Gesichertes und Vermutetes auf eine einzigartige und genuin menschliche Weise. Walter Kainz hat eine künstlerische Vorgangsweise kultiviert, die Blüten und somit reiche Früchte trägt.

Mag. art. Josef Brescher, 2005

 

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